Für den A1 Open Society Award wurden Projekte gesucht, bei denen das Internet eine direktere Teilnahme an gesellschaftlichen und politischen Prozessen ermöglicht. Insgesamt sind 22 Initiativen diesem Aufruf gefolgt.

Der A1 Open Society Award 2011 in der Kategorie „Private Projekte“ geht an das Medienwatchblog Kobuk.at und in der Kategorie „Institutionelle Projekte“ an das Portal für nachhaltigen Konsum bewusstkaufen.at. Entschieden haben das Publikum und eine Fachjury.

Im Zuge des Publikumsvotings für den A1 Open Society Award wurden knapp 8.000 gültige Stimmen abgegeben.

„Unsere Erwartungen wurden in allen Bereichen übertroffen – beim Publikumsinteresse, bei der Anzahl und auch bei der Vielfalt der Einreichungen. Die Preisträger und ihre Projekte stehen stellvertretend für ein neues Verständnis von Gesellschaft und Politik. Die Menschen wollen freien Zugang zu relevanten Informationen, sie wollen mehr Transparenz bei öffentlichen Entscheidungsprozessen und verbesserte Möglichkeiten für die Kommunikation mit Politik und Verwaltung. Das Internet und die Services, die darauf aufsetzen, ermöglichen immer mehr Menschen, aktiv am politischen und öffentlichen Leben teilzunehmen“,

sagte Dr. Hannes Ametsreiter, Generaldirektor A1 und Telekom Austria Group, bei der Verleihung der A1 Open Society Awards.

Am Bild v.l.n.r.: Robert Riedl (Online-Petition für eine Europäische Energiewende), Helge Fahrnberger (Kobuk.at), Hannes Ametsreiter (Generaldirektor A1 und Telekom Austria Group), Barbara Schmon (bewusstkaufen.at), Josef Barth (amtsgeheimnis.at)

Dr. Ruth Simsa, Leiterin des Kompetenzzentrums für Nonprofit-Organisationen der Wirtschaftsuniversität Wien und Sprecherin der Fachjury ergänzte:

„Immer mehr Menschen nutzen die technischen Möglichkeiten des Internets, um sich politisch zu beteiligen, um neue Formen der Politik zu entwickeln und zu leben. Damit werden neue Lösungen für gesellschaftliche Probleme entwickelt. Die eingereichten Projekte zeigen, wie viel Kreativität, Engagement und Verantwortung es gibt, wie viel Potenzial die Zivilgesellschaft hat.“

Initiativen wollen mündige (Medien-)Konsumenten…

Die überwiegende Zahl der „Privaten Projekte“ wird in freiwilliger und unbezahlter Arbeit betreut. Für das Siegerprojekt Kobuk.at arbeiten rund 60 Autorinnen und Autoren – hauptsächlich Publizistikstudenten –, die sich als Medienkonsumenten kritisch mit der Berichterstattung österreichischer Medien auseinandersetzen. Der Initiator Helge Fahrnberger:

„Die Zielsetzung von Kobuk in einem Wort: Medienkompetenz.“

Auf Kobuk wurden in den rund zwei Jahren seines Bestehens knapp 400 Artikel veröffentlicht. Sie sind Beispiele, die bewusst machen sollen, welchen Einfluss irreführende Berichterstattung auf die eigene Weltsicht haben kann.

Auch beim Siegerprojekt in der Kategorie „Institutionelle Projekte“ geht es um mündige und bewusste Konsumenten. Die Plattform bewusstkaufen.at wurde vom Lebensministerium initiiert.

„Wir verstehen unser Portal nicht nur als Sammlung von Produktinformationen und Tipps für nachhaltigen Konsum, sondern auch als eine Drehscheibe für Diskussion und Austausch“,

so Dr. Barbara Schmon, Lebensministerium, Abteilung „Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik“.

… aber auch Transparenz und Partizipation

 „Bei Medien und Konsum ist das zivilgesellschaftliche Potenzial von Internet-Services am einfachsten darzustellen. Andere Projekte sind vielleicht etwas komplexer, aber mindestens so wichtig für eine funktionierende Zivilgesellschaft“,

führte Ruth Simsa weiter aus. In der Kategorie „Private Projekte“ ging Platz 2 an die Online-Petition für eine Europäische Energiewende und Platz 3 an die Transparenz-Plattform Amtsgeheimnis.at.

„Der A1 Open Society Award zeigt, welche enorme Kraft in einer Kombination aus Engagement, guter Kommunikation und dem Einsatz von Technologie steckt. Ich gratuliere den Preisträgern dazu und kann versichern, dass A1 diese positive Entwicklung auch weiterhin unterstützen wird“,

so Hannes Ametsreiter zum Abschluss.

Weitere Bilder von der Award-Verleihung gibt es hier.

Die Preise

Der Ausschreibung entsprechend wurden folgende Preise vergeben:

Private Projekte

Platz 1: Kobuk.at erhielt die Award-Statuette und ein Preisgeld in der Höhe von 5.000 Euro.

Platz 2: Online-Petition für eine Europäische Energiewende erhielt ein Tablet.

Platz 3: Die Transparenz-Plattform Amtsgeheimnis.at – Was Österreichs Bürger nicht wissen dürfen erhielt ein Smartphone.

Institutionelle Projekte

Das Siegerprojekt bewusstkaufen.at – Für nachhaltigen Konsum in Österreich erhielt die Award-Statuette.

 

Detailergebnisse

Private Projekte

1. Kobuk.at – Das Medien-Watchblog (162 Punkte)

2. Online-Petition für eine Europäische Energiewende (157 Punkte)

3. Amtsgeheimnis.at – Was Österreichs Bürger nicht wissen dürfen. Eine Transparenz-Plattform (143 Punkte)

4. WienTV – Ein video-journalistisches Kollektiv (114 Punkte)

5. oekonews – Onlinetageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit (105 Punkte)

6. Respekt.net – Die Online-Projektbörse für eine bessere Gesellschaft! (99 Punkte)

7. Freie Netze – Freies Wissen (86 Punkte)

8. ubahnaufzug.at – 24 Stunden Mobilität durch opendata (82 Punkte)

9. NGOjobs.at – Eine Frage der Ehre (77 Punkte)

10. Meinparlament.at – Im Dialog mit der Politik (74 Punkte)

11. grätzlich.at – Gemeinsam für ein schöneres Wien und Mach mit! – Schadensmeldungen via Smartphone App (jew. 73 Punkte)

12. MeinOE – Das Demokratiebegehren (72 Punkte)

13. Initiative für Netzneutralität (71 Punkte)

14. Openinspiration.com (66 Punkte)

15. Es werde Licht – Humanistisch fernsehen (65 Punkte)

16. Elektroauto-Infos.com – Spannende Infos zum Thema Elektroauto (63 Punkte)

17. Art Following the Trend? Artists’ Voices (50 Punkte)

 

Institutionelle Projekte

1. www.bewusstkaufen.at – Für nachhaltigen Konsum in Österreich (165 Punkte)

2. Tirol2.0-Wiki – Transparenz bei öffentlichen Verfahren (147 Punkte)

3. Open Data Portal der Stadt Linz (98 Punkte)

4. Open Government Portal Wien (75 Punkte)

Ein Projekt konnte maximal 200 Punkte erreichen (max. 100 aus dem Publikumsvoting und max. 100 aus der Jurybewertung).

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